Kurz erklärt: Die Reaktionszeit nennt, wie schnell ein Bildpunkt von einem Farbwert zum nächsten wechselt, meist als Grau-zu-Grau in Millisekunden; kleine Werte verringern Schlieren bei schnellen Bewegungen.
Wechselt ein Pixel zu langsam, bleibt von der vorherigen Szene ein Schatten zurück, der Nachzieheffekt. Für Textverarbeitung ist das unerheblich, bei Shootern oder Rennspielen stört es. Die Reaktionszeit bildet das in einer Zahl ab, zum Beispiel 5 ms, 1 ms oder 0,03 ms bei OLED.
Vorsicht bei Herstellerangaben
Die kleinste Zahl im Datenblatt ist meist im schnellsten Overdrive-Modus gemessen und für einen einzelnen Übergang. In der Praxis streuen die Werte. Zu aggressives Overdrive erzeugt Überschwinger („Inverse Ghosting“), helle Ränder um Objekte, die das Bild unsauber wirken lassen. Unabhängige Tests messen daher mehrere Übergänge.
Typische Größenordnungen
- Büro-IPS: etwa 5 ms Grau-zu-Grau
- Gaming-IPS mit Overdrive: 1 bis 4 ms
- OLED: unter 0,1 ms
Reaktionszeit und Eingabeverzögerung
Beide Begriffe werden verwechselt. Die Reaktionszeit betrifft den Pixelwechsel, der Input Lag die Verzögerung zwischen Eingabe und Anzeige. Beide wirken zusammen auf das Spielgefühl. Beim Alienware-Monitor stellt man im Bildschirmmenü den Reaktionsmodus ein, bei Dell-Business-Monitoren sind meist feste Werte hinterlegt. Sinnvoll ist, den Modus zu wählen, bei dem keine Überschwinger sichtbar werden, und nicht blind die schnellste Stufe zu nehmen.
Wer selbst vergleichen möchte, nutzt Testbilder mit bewegten Objekten, sogenannte Ghosting-Tests, und beobachtet, ob der Schweif zu sehen ist. Das gelingt ohne Messgerät und zeigt, welcher Overdrive-Modus am Monitor für das eigene Spiel der angenehmste ist.
Auch die Temperatur spielt eine Rolle: Flüssigkristalle reagieren bei Kälte träger, weshalb ein frisch eingeschalteter Monitor in kalten Räumen anfangs etwas mehr Schlieren zeigen kann als nach einigen Minuten Betrieb.
Quelle: Wikipedia: Reaktionszeit (Bildschirm) · Stand: Oktober 2026